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William Begell

book William Begell
book Conspicuously Invisible: Wartime Memories of a Jewish Boy from Wilno
(von William Begell)

William (Bill) Begell verstarb im Alter von 82 Jahren nach langer Krankheit am Samstag, den 4. Juli 2009, im Mount Sinai Hospital (New York). Bis dahin fungierte Bill als Präsident von Begell House, Inc., dem Herausgeber dieser Zeitschrift und vielen anderen Zeitschriften, Büchern und Handbüchern. Bill war lange Zeit im Verlagswesen tätig. 1962 war er der Mitbegründer von Scripta Technica, danach gründete er 1966 die Hemisphere Publishing Corporation und schließlich 1991 die Begell House, Inc. Im Fokus von Bill Begells Verlegeraktivitäten standen stets die Bereiche Medizin, Wärmetransport und Flüssigkeitsströmung. Letzterer geht zurück auf seine frühere Tätigkeit als technischer Leiter der Heat Transfer Research Facility an der Columbia University. Als führende Figur im wissenschaftlichen Verlagswesen war er einer der Gründungsmitglieder der Society of Scholarly Publishing und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet. Er war Mitglied der ASME und erhielt 2005 den ASME Heat Transfer Division Distinguished Service Award.

Bill Begell wird nicht nur für seine vielen beruflichen Erfolge im Gedächtnis der Menschen bleiben, sondern auch für seinen bemerkenswerten Charakter. Trotz seiner tragischen Geschichte bewahrte er sich die Liebe zum Leben, seinen Sinn für Humor und seine empathische Art. Bill wurde als Wilhelm Beigel am 18. Mai 1927 in Vilnius (später Vilna) in Litauen (später Polen) geboren. Vilnius wurde nacheinander von den Russen, Deutschen und (erneut) von den Russen besetzt. Bill war der einzige Überlebende in seiner Familie. Bills Vater Ferdinand wurde am 4. September 1943 von der SS erschossen. Eineinhalb Wochen später wurden Bill, seine Mutter und seine Großmutter mütterlicherseits in das HKP-Arbeitslager (Heereskraftfahrpark/Ost/562) geschickt, ein Schachzug, um sie vor der Deportation und dem Tod zu schützen. Mithilfe seiner Familie konnte Bill am 30. Juni 1944 aus dem HKP fliehen. Tragischerweise wurden seine Mutter und Großmutter nur vier Tage später deportiert und getötet. Nach der „Befreiung“ von Vilnius im Juli 1944 machte sich Bill auf den Weg in den Westen und beendete seine Schullaufbahn im Deutschland der Nachkriegszeit. Schließlich emigrierte er im Juni 1947 in die USA, wo er eine Karriere als Ingenieur verfolgte und letztendlich Herausgeber wurde. Der tragische Aspekt in Bills Leben setzte sich mit dem frühen Tod seiner geliebten Kinder (Freddie nach einem Unfall und Alysia aufgrund von Leukämie) und seiner ersten Frau Ester fort, die bald nach dem Ableben von Alysia an Herzversagen starb. Trotz des persönlichen Kummers, den diese Schicksalsschläge mit sich brachten, erholte sich Bill letztendlich. Bis zu seiner Krankheit war er fast (aber niemals mehr ganz) dieselbe Person wie früher.

Das größte Denkmal, das wir Bill Begell vielleicht setzen können, ist es, unser Bestes zu geben, um den Erfolg des von ihm gegründeten Unternehmens auch in Zukunft fortzusetzen. Ich weiß, dass Bill sehr stolz auf die Arbeit von Yelena Shafeyeva und ihrem Team war, die gemeinsam das Portfolio von Begell House modernisierten und es insbesondere über das Internet zugänglich machten. Bill Begell war eine ziemlich bemerkenswerte Person, die – trotz der tragischen Umstände, die ihn sein Leben lang begleiteten – all denen, die er in seinem Leben traf, so viel Freude bereitete. Er wurde von seinen vielen Freunden, deren Leben er bereicherte und die ihn stark vermissen werden, sehr geschätzt.


Geoff Hewitt
Chefredakteur, Begell House Engineering