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Nukiyama Memorial Award Nominierung beantragen
Shiro Nukiyama
(1896 – 1983)


Shiro Nukiyama (1896 – 1983)

Nukiyama Memorial Award

Nukiyama Memorial Award

Der Nukiyama Memorial Award wurde im Gedenken an die außergewöhnlichen Leistungen von Shiro Nukiyama als hervorragender Wissenschaftler im Bereich des Wärmetransports von der japanischen Heat Transfer Society ins Leben gerufen und von ihr finanziert. Nukiyama nahm sich den Herausforderungen des Siedephänomens an und veröffentlichte eine zukunftsweisende Abhandlung, in der dieses Phänomen in Form der Siedekurve von Nukiyama erklärt wurde. Diese bahnbrechende Arbeit stammt aus den 1930er Jahren, als die Forschung zum Wärmetransport noch in ihren Kinderschuhen steckte und Nukiyama selbst noch nicht einmal 40 Jahre alt war. Der Nukiyama Memorial Award wird daher alle zwei Jahre an einen max. 50-jährigen Wissenschaftler im Bereich der thermischen Wissenschaft und Verfahren vergeben.

Biografie: Shiro Nukiyama

Shiro Nukiyama wurde 1896 in Tokio, Japan, geboren. Er machte seinen Abschluss an der Kaiserlichen Universität Tokio und begann dort auch seine berufliche Laufbahn als Dozent (heute Universität Tokio). 1921 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Zwischen den Jahren 1922 und 1924 besuchte er England, Deutschland, die Schweiz und die Vereinigten Staaten. 1926 wurde er zum Professor ernannt. In den darauffolgenden Jahren führte er aktive Siedeexperimente im Bereich des Wärmetransports durch.


1934 veröffentlichte Nukiyama eine bahnbrechende Abhandlung mit dem Titel „The Maximum and Minimum Values of the Heat Q Transmitted from Metal to Boiling Water under Atmospheric Pressure“. Diese Arbeit enthielt einen Überblick über das Siedephänomen in Form der Nukiyama-Kurve (Siedekurve).


In diesem Werk beschreibt Nukiyama sein außergewöhnliches Experiment mit einem Metalldraht, bei dem Temperatur und Wärmestromdichte genau überprüft wurden. Durch dieses Experiment kam Nukiyama zu dem Entschluss, dass die Beziehung zwischen dem Grad der Überhitzung und der Wärmestromdichte nicht monoton verläuft und dass in der Keimsiederegion ein maximaler Wärmestrompunkt und in der Filmsiederegion ein Mindestwärmestrompunkt auftritt. Er entdeckte auch das Hysterese-Verhalten, zu dem es in der Übergangsregion zwischen Keimsieden und Filmsieden kommt. Darüber hinaus kann es seiner Ansicht nach auch zu einer Siedekurve in der Übergangsregion kommen, wenn der Zustand des kochenenden Wassers quasistatisch geändert werden kann.

Diese Arbeit erklärte als Erstes die Physik des Siedephänomens und war somit bahnbrechend. Aus diesem Grund findet sie in der wissenschaftlichen Welt des Wärmetransports höchste Anerkennung. Zudem wurde sie zum Leitfaden bei der Entwicklung und Steuerung von Verbrennungskesseln und/oder Dampfgeneratoren und legte als solche die Grundlage für die moderne Energietechnologie. Die Nukiyama-Kurve ist heutzutage in jedem Lehrbuch über den Wärmetransport zu finden. Nukiyama ist in der internationalen Wissenschaftswelt des Wärmetransports eine angesehene Persönlichkeit.


Im Jahr 1956 ging Nukyama in Rente und erhielt daraufhin von der Tohoku Universität den Titel eines Professor Emeritus. In den Jahren 1963 und 1964 war er Präsident der japanischen Gesellschaft für Wärmetransport. 1968 erhielt er den Max Jacob Memorial Award. 1983 verstarb er im japanischen Sendai.


Journal of the Japan Society of Mechanical Engineers, Vol. 37, Nr. 206, S. 367 – 374, Juni 1934. Die englische Übersetzung wurde zweimal im International Journal of Heat and Mass Transfer, 1966, Vol. 9, auf den Seiten 1419 – 1433 sowie in Vol. 27, 1984, auf den Seiten 959 – 970 veröffentlicht.